| Entwicklungsbegleitung |
1. Entwicklungsbegleitung
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Die Elemente einzelner Methoden zur För-derung von Kindern und Jugendlichen werden mit Erkenntnissen aus der Chaosforschung und der Selbstorganisationstheorie in Zusam-menhang gebracht .
2. Lösungswege
Betrachten wir den einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft als Systeme,
so ist es wichtig zu wissen, daß es 4 Systemvarianten gibt:
1. einfach und stabil
Lange Zeit wurde der Mensch als einfaches und stabiles Sytem angesehen. Die
Methoden der Förderung waren dementsprechend. Ein Beispiel hierzu ist die
frühere Verhaltenstherapie mit der Annahme, daß die Verhal-tensweisen
des Menschen durch kausale Ketten zu steuern wären (Reiz ->
Reaktion). Der Mensch ist jedoch keine triviale Maschine, die auf einen
Reiz eine festgelegte, vorhersagbare Reaktion folgen läßt.
2. komplex und stabil
In späteren Therapiekonzepten wurde der Mensch als kompexes und stabiles
System angesehen. Jetzt wurden Regelkreise erstellt und ein ständiger Vergeich
zwischen Soll- und Istwert zeigte, ob die getroffene Maßnahme zu dem gewünschten
Effekt geführt hatte. Es wurden feste Konzepte von Lösungsstrategien
entwickelt (Wenn - Dann). Dies führte jedoch nicht immer zum gewünschten
Erfolg, da das Kind oft anders reagierte als angenommen. Auch bei dieser Vorgehens-weise
wurde von einer falschen Voraussetzung ausgegangen. Der Mensch ist kein stabiles,
vorhersagbares System, sondern höchst instabil und ständig im Prozeß
des Wandels begriffen, sonst wäre er nämlich nicht in der Lage, sich
auf die extremen Anforderungen, denen er in seinem Leben ständig ausgesetzt
ist, einzustellen.
3. einfach und instabil
Gehen wir nun von der 3.Variante aus und betrachten den Menschen als einfaches
und instabiles System. Durch Versuch und Irrtum wäre es dann sehr leicht,
herauszufinden, welcher Weg zum Ziel führt. Aber je komplexer eine Situation
wird, desto mehr Irrtümer werden auftreten, bevor man dem Ziel näher
kommt. Und was erst, wenn die Situation so hochkomplex ist, daß das Ziel
gar nicht von vornherein klar ist?
4. komplex und instabil
Was also tun, in Situationen die wie der Mensch, komplex und instabil sind?
Die Selbstorganisationstheorie benennt hier unsere Intuition. Unsere Intuiton
ist selbst auch ein hochkomplexes instabiles System und gemeint ist damit nicht
„aus dem hohlen Bauch heraus“ (das wäre wieder Versuch und
Irrtum), sondern heißt die gesamte gesammelte Erfahrung verwerten und
aus den einzelnen Fakten ein ganzes System machen, das mehr ist als die Summe
der erlernten Fakten.
3. Entwicklung
Normalerweise wird Entwicklung als eine Verän-derungsreihe bezeichnet,
die sich kontinuierlich in einzelnen Schritten vollzieht, wobei jeder nachfolgende
Schritt
eine „höhere Stufe“ darstellt und den vorangegangenen Schritt
als Grundlage benötigt. In vielen neueren Betrachtungen finden sich allerdings
bereits Einschränkungen. Offensichtlich verläuft die Entwik-klung
eines Menschen nicht immer kontinuierlich, sondern sie enthält Sprünge,
d.h. spontane Neuordnungen.
Piaget bezeichnet Entwicklung als Übergang vom „Chaos zum Kosmos“.
Aufgrund des zunächst existierenden summenden Durcheinanders, das der Säugling
erlebt, schafft der Mensch sich Strukturen, wodurch sich nach und nach stabile
Ordnungen herstellen. Jede unbekannte Situation kann eine neue instabile Phase
hervorrufen und ist somit eine Chance zur Veränderung und Entwicklung.
Entwicklung ist demnach Veränderung und erfordert Bewegung, die
im Zusammenspiel von Instabilität und Stabilität zu Ordnungsbildungen
führt.
Dementsprechend wäre eine Hilfe zum Umgang mit Stabilität und Instabilität
eine Hilfe zur Ordnungsbildung, also zur Entwicklung.
4.Bewegung
Bewegung bedeutet im philosophischen Sinn „Veränderung in Raum und
Zeit“. Gibt es etwas oder jemanden, der uns in Bewegung setzt?
Wir können davon ausgehen, daß es ein grundlegendes Bedürfnis
des Menschen ist, sich in ein Gleichgewicht zu bringen, sowohl mit der Umwelt,
als auch mit uns selbst. Also ein Bedürfnis, aus der zunächst vorherrschenden
Instabilität eine Stabilität entstehen lassen. Um dieses zu erreichen,
ist es notwendig, daß wir uns bewegen. Ohne Bewegung keine Veränderung,
ohne Bewegung keine Entwicklung, ohne Bewegung kein Leben.
5. Der
Zusammenhang zwischen Bewegung und Wahrnehmung
Wahrnehmung und Bewegung stehen in ständiger Wechselwirkung miteinander,
wobei Wahrnehmung nicht ein Abbild der Realität ist, sondern das Ergebnis
einer Ordnung, die im Gehirn entsteht und nur einen losen Zusammenhang mit dem
aufgenommenen Reiz hat. Wahrnehmung ist demnach Konstruktion.
6. Körper,
Seele, Geist - als Einheit
Wenn Körper, Seele und Geist eine Einheit sind, wie können wir dann
in der Förderung der Kinder diese Ganzheit zerteilen in Wahrnehmungsförderung,
Bewegungsförderung, Förderung der kognitiven Leis-tungsfähigkeit
oder Förderung der emotionalen Mög-lichkeiten? Es geht doch vielmehr
darum, das Kind in der Ganzheit seiner Beziehung, seines Ausdruckes gegenüber
der Außenwelt zu sehen. Die Förderung unserer Kinder sollte nicht
von dem Gedanken der Veränderung eines Menschen durch einen anderen getragen
werden, sondern von dem Gedanken der Begleitung eines Menschen durch einen anderen.
7. Aus
Begleitung wird Förderung
Wen Blumen kann man nicht „erziehen,“ sie blühen von selbst!lumen
kann man nicht „erziehen,“ sie blühen von selbst!n kindliches
Lernen in allen Entwicklungsbereichen der Übergang vom „Chaos zum
Kosmos“ ist, dann ist Lernen der Prozeß der Ordnungsbildung. Jedes
Kind ist in seiner
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Blumen kann man nicht „erziehen,“ sie blühen von selbst!
Entwicklung auf ein Gleichgewicht
zwischen Stabilität und Instabilität angewiesen. Stabilität ist
notwendig, um handlungsfähig zu sein, Instabilität ist Voraussetzung
für Änderung und Neuordnung. Die meisten Kinder haben die intuitive
Fähigkeit, dieses Gleichgewicht zu halten.
Wenn wir jedoch versuchen, ihnen unsere Ordnungen durch Übungen oder sogar
Zwang aufzudrängen, haben sie selbst keine Möglichkeiten, ihre Ordnungen
zu schaffen und stabile eigene Systeme zu entwickeln.
Wie aber kann die Fähigkeit eines Kindes zur Ordnungsbildung angeregt werden?
Voraussetzung sind zwei Faktoren:
1. Phasen der Stabilität, die zur Festigung einer gefundenen Ordnung dienen
2. Phasen der Instabilität, die den Übergang zu neuen Ordnungen möglich machen

Therapeuten und Pädagogen
können also Entwicklungsprozesse nicht lenken oder gestalten, sondern
nur begleiten und anregen. Die Begleitung von Entwicklungsprozessen beschränkt
sich auf die Gestaltung von geeigneten Randbedingungen. |
Aus der Sicht und Erfahrung der Synergetik Therapie läßt sich der Darstellung der Entwicklungsbegleitung nur zustimmen. Hier wird ein transpersonaler Ansatz pragmatisch umgesetzt und gehorcht den synergetischen Gesetzmäßigkeiten. Krankheit läßt sich auch als verzögerte oder sogar verweigerte Entwicklung ansehen. Von daher ergänzt sich der Ansatz der Entwicklungsbegleitung mit der Synergetik Therapie, die man in diesem Kontext sogar noch als „Evolutionsbeschleuniger“ nutzen kann. Entwicklung kann in der Innenwelt vorweggenommen werden, bzw. ist im inneren Vorhandensein Voraussetzung zur Umsetzung im Aussen. Bewußte und selbstverantwortliche Handlung im gesellschaftlichen Kontext als Ergebniss eines inneren Entwicklungsprozessen, angeregt durch innere Erfahrungen durch Einzelsitzungen mit synergetischer Therapie. Therapie ist im ursächlichsten Sinne: „Begleitung zum Höchsten hin..“.
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